Projekt “Gemeinsam für lebendige Felder – Feldhamsterschutz in der Region Hannover”

In Niedersachsen gibt es noch einige wenige Gebiete, in denen Feldhamsterpopulationen durch gezielte Schutzmaßnahmen stabilisiert werden können. Eines davon liegt im Schwerpunktgebiet Pattensen Ost in der Region Hannover, zwischen Pattensen, Jeinsen, Schliekum, Ruthe und Koldingen.

Eine besondere Herausforderung für den Feldhamster ist die Getreideernte im Sommer. Mit der Ernte verschwinden innerhalb kurzer Zeit wichtige Nahrungs- und Deckungsstrukturen. Besonders die Jungtiere des zweiten Wurfes sind zu diesem Zeitpunkt noch auf geeignete Rückzugsräume angewiesen. Ohne ausreichende Deckung steigt das Risiko, dass sie Fressfeinden zum Opfer fallen. Auch andere Arten der offenen Agrarlandschaft, insbesondere das Rebhuhn, profitieren von deckungsreichen Strukturen nach der Ernte.

Schutz direkt auf dem Acker

Um die Lebensbedingungen für Feldhamster nach der Getreideernte zu verbessern, wird im Projektgebiet seit 2021  die Maßnahme „Ährenernte“ umgesetzt. Dabei wird das Getreide mit hochgestelltem Mähwerk direkt unterhalb der Ähre geerntet. Die Halme bleiben anschließend als mindestens 30 Zentimeter hohe Stoppel auf dem Acker stehen.

So bleiben auch nach der Ernte Deckung und Schutz für die Feldhamster erhalten, während die Flächen weiterhin landwirtschaftlich genutzt werden können. Die Maßnahme verbindet damit die notwendige landwirtschaftliche Bewirtschaftung mit gezieltem Artenschutz.

Schutzmaßnahmen dort, wo Feldhamster vorkommen

Die Auswahl der Maßnahmenflächen erfolgt auf Grundlage der vorhandenen Feldhamster-Kartierungen. So können die Schutzmaßnahmen gezielt dort umgesetzt werden, wo sie für die bestehenden Populationen besonders relevant sind. Nach der Durchführung werden die Flächen erneut kartiert, um die Entwicklung der Feldhamstervorkommen zu dokumentieren.

Die landwirtschaftlichen Betriebe arbeiten dabei eng mit der AG Feldhamsterschutz Niedersachsen e. V. zusammen. Für die Umsetzung der Maßnahmen werden Bewirtschaftungsverträge abgeschlossen. Produktionsausfälle und zusätzlicher Aufwand der landwirtschaftlichen Betriebe werden dabei entsprechend ausgeglichen.

Auch die Öffentlichkeit wird über die Schutzmaßnahmen informiert. Hinweisschilder an den Maßnahmenflächen machen auf den Feldhamsterschutz aufmerksam und zeigen, wie Landwirtschaft und Artenschutz auf den Flächen miteinander verbunden werden können.

Ehrenamtliche Kartierung und Monitoring

Ein wichtiger Bestandteil des Projekts ist die regelmäßige Kartierung der Feldhamsterbestände. Ehrenamtliche unterstützen die Erfassung der Tiere und leisten damit einen wichtigen Beitrag zum Naturschutz. Die erhobenen Daten werden in den Feldhamsteratlas aufgenommen und digital aufbereitet. Sie können unter anderem der Region Hannover für Naturschutzaufgaben zur Verfügung gestellt werden.

Die Kartierungen bieten außerdem die Möglichkeit, Menschen für den Feldhamster und die Artenvielfalt unserer Agrarlandschaft zu begeistern. Die Erfassung weiterer Tierarten im Gebiet ist dabei ein zusätzlicher Gewinn.

Gefördert durch die Region Hannover

Das Projekt wird im Rahmen der Biodiversitätsförderung der Region Hannover unterstützt. Die Förderung ermöglicht die Umsetzung gezielter Schutzmaßnahmen für den Feldhamster und trägt dazu bei, die bestehenden Populationen im Schwerpunktgebiet langfristig zu erhalten.

Gemeinsam für lebendige Felder – für den Feldhamster und die Artenvielfalt in der Region Hannover.